Polnisches Luftfahrtmuseum in Krakau und der letzte Tag unseres Abenteuers
Den letzten Tag in Krakau verbrachten wir im Polnischen Luftfahrtmuseum, wo ausgerechnet dienstags freier Eintritt war. Und dann konnten wir endlich unser repariertes Auto abholen.
Unser Aufenthalt in Krakau zog sich am Ende viel länger hin, als wir ursprünglich geplant hatten. Als wir erfuhren, dass unser Auto noch nicht fertig sein würde, war klar, dass wir für eine weitere Nacht eine Unterkunft brauchten. In unserem Hotel war nämlich schon nichts mehr frei. Also stand uns wieder ein Umzug bevor. Diesmal wählten wir aber ein Hotel näher am historischen Zentrum und der Wawelburg. Zum Glück durften wir schon vor der offiziellen Check-in-Zeit einziehen, sodass wir nicht stundenlang mit dem Gepäck irgendwo warten mussten.
Polnisches Luftfahrtmuseum
Es war Dienstag, und wir erfuhren, dass genau an diesem Tag das Polnische Luftfahrtmuseum in Krakau freien Eintritt hatte. Warum das also nicht nutzen?
Das Museum liegt an einem interessanten Ort, direkt auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Rakowice-Czyżyny. Dieser Flughafen entstand noch vor dem Ersten Weltkrieg und gehört zu den ältesten ständigen Flughäfen Europas. 1963 wurde er geschlossen, aber bis heute sind dort einige ursprüngliche Teile des Areals und historische Hangars erhalten geblieben.
Das gesamte Gelände umfasst heute rund 34 Hektar, wovon etwa 11 Hektar Ausstellungsfläche sind. Die Sammlung umfasst mehr als 250 Flugzeuge, Hubschrauber und Segelflugzeuge, über 140 Flugzeugmotoren und dazu noch tausende weitere Gegenstände, die mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden sind.
Weitere Flugzeuge, Hubschrauber und Beton-Flugzeugunterstände auf dem Museumsgelände
Das Museum liegt weiter vom historischen Zentrum Krakaus entfernt. Vom Hauptmarkt Rynek Główny ist es etwa 6,5 Kilometer entfernt, und von unserem Hotel bei der Wawelburg war es noch etwas weiter. Deshalb haben wir uns diesmal keine komplizierten Wege ausgedacht und wieder einen Bolt bestellt. Schon gleich nach der Ankunft im Museum war uns aber klar, dass das kein Museum ist, das man in einer halben Stunde durchläuft. Es ist nämlich wirklich riesig. Und der Eintritt war tatsächlich kostenlos.
Ehrlich gesagt bin ich keine Expertin für Flugzeuge. Ich kenne mich weder mit Motoren noch mit technischen Daten aus, noch weiß ich genau, was welche Maschine kann. Aber Flugzeuge haben mich irgendwie schon seit meiner Kindheit fasziniert. Was eigentlich ziemlich witzig ist, wenn man bedenkt, dass ich in meinem Leben noch nie geflogen bin. Und hier gab es wirklich viel zu sehen. 🛩️
Das Museum hat hunderte Exponate, und neben den Flugzeugen selbst gibt es auch Hubschrauber, Segelflugzeuge, Flugzeugmotoren und weitere Gegenstände, die mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden sind. Und es handelt sich definitiv nicht nur um eine große Halle. Die einzelnen Ausstellungen sind auf mehrere Gebäude und Hangars verteilt, und viele Flugzeuge stehen auch draußen. So geht man nach und nach von einem Bereich zum nächsten und entdeckt in jedem wieder etwas anderes.
Wir haben sogar eine Maschine mit tschechischer Flagge entdeckt und auch Maschinen gesehen, die mit der Polizeiluftfahrt verbunden sind, und noch viele andere, die ich natürlich nicht einmal benennen konnte. Aber ich glaube, genau darin liegt der Reiz dieses Museums auch für jemanden, der von Flugzeugen überhaupt nichts versteht. Man muss weder die Namen der einzelnen Typen kennen noch wissen, welchen Motor sie haben. Man schaut einfach hin und fragt sich, wie es überhaupt möglich ist, dass so etwas fliegen kann. 🙂
Der Eingang zum Museum und die ersten Flugzeuge und Hubschrauber draußen vor dem Gebäude, darunter eine Maschine mit tschechischer Flagge
Ein Hangar voller Motoren
Ein Teil des Museums ist Flugzeugmotoren gewidmet. Und davon gab es dort wirklich viele. Ich gebe zu, dass mich gerade dieser Teil wohl am wenigsten interessiert hat. Nicht, weil er uninteressant wäre, sondern weil ich einen Motor nach dem anderen betrachtete und eigentlich überhaupt nicht wusste, worauf ich genau schaue. Jemand, der sich mit Technik und Motoren auskennt, könnte dort meiner Meinung nach wirklich lange verweilen. Ich bin lieber wieder zu den Flugzeugen selbst zurückgekehrt.
Vitrinen mit Flugzeugmodellen und die Ausstellung historischer Flugzeugmotoren
Von der Geschichte der Luftfahrt bis zu den MiGs
Am Museum gefiel mir vor allem, wie vielfältig es ist. Es gibt hier nicht nur modernere Maschinen. Die einzelnen Ausstellungen erinnern auch an die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, an die Entwicklung der Luftfahrt im 20. Jahrhundert oder an die Zeit des Kalten Krieges. Beim Gehen zwischen den einzelnen Flugzeugen reist man also eigentlich ein bisschen durch die Geschichte, ohne alle ihre Namen und technischen Daten kennen zu müssen.
Und dann kamen die MiGs. Die haben mich natürlich fasziniert. Da hat sich wohl ein bisschen meine kindliche Vorliebe für den Film Top Gun gezeigt, den ich sehr mochte. Wobei ich zugebe, dass es damals natürlich vor allem wegen Tom Cruise war. 🙂
Im Museum gibt es sogar einen Außenbereich, der den MiGs gewidmet ist, wo man mehrere verschiedene Typen dieser Militärflugzeuge sehen kann. Und genau dieser Teil hat mir wohl am meisten gefallen.
Der Hangar mit Flugzeugen aus der Geschichte der Luftfahrt und die Außenausstellung der MiG-Kampfjets
Die großen Hangars
In einem der großen Hangars gab es so viele Flugzeuge, dass ich fast nicht wusste, wohin ich zuerst schauen sollte. Bei manchen Maschinen konnte man auch hineinschauen oder wenigstens einen Blick ins Cockpit werfen. Die Museumsmitarbeiter behielten die ausgestellten Exponate im Auge und versuchten gleichzeitig, den Besuchern behilflich zu sein. Und ich muss sagen, dass gerade die Möglichkeit, manche Flugzeuge wirklich aus der Nähe zu sehen, dem Ganzen eine ganz andere Dimension gab. Plötzlich wird einem viel bewusster, wie groß sie eigentlich sind.
Ein Kriegsdiorama und die moderne Ausstellungshalle mit Segelflugzeugen und Doppeldeckern
Am Ende verbrachten wir wieder mehrere Stunden im Museum. Und das überrascht mich überhaupt nicht. Es gibt dort so viele Bereiche und Flugzeuge, dass man sich, wenn man das Museum in Ruhe erkunden möchte, unbedingt genug Zeit dafür nehmen sollte. Für mich war es auf jeden Fall ein interessanter Besuch, auch wenn ich über Flugzeuge fast nichts weiß. ✈️
Und wieder Bolt
Als wir uns entschlossen, zum Hotel zurückzukehren, holten wir schon wie gewohnt die Bolt-App hervor. Diesmal war es aber nicht so einfach. Mehrere Fahrer lehnten die Fahrt ab, bis am Ende irgendwie eines der besseren, Premium-Autos für uns kam, und das noch zum Preis eines gewöhnlichen Bolts. So sind wir wenigstens einmal während unseres Krakau-Abenteuers etwas stilvoll gefahren. Der Fahrer brachte uns zurück zum Hotel, wir machten noch einen abendlichen Spaziergang durch die Stadt, aßen zu Abend und verbrachten den Rest des Tages nur mit Ausruhen. Nach all den vorherigen Tagen hatten wir das ziemlich nötig.
Endlich unser Auto
Am nächsten Tag riefen wir wieder einen Bolt, diesmal aber mit einem viel angenehmeren Ziel. Wir fuhren in die Werkstatt, um unser Auto abzuholen. Es war endlich fertig. Leider gibt es in Krakau wirklich sehr viele Autos, und es gibt dort oft Staus, sodass wir etwa eine Stunde unterwegs waren. Nach all den E-Mails, dem Warten, dem Abschleppen, den Ortswechseln in Krakau und mehreren verschiedenen Unterkünften hatten wir aber endlich wieder unser Auto. Und die Werkstatt hatte es sogar gewaschen, sodass es schön glänzend auf uns wartete. 🙂
Das Einzige, was nicht so angenehm war, war der Preis der Reparatur. Der war ziemlich hoch. Aber was sollte man machen. Hauptsache, das Auto war fahrtüchtig und wir konnten endlich nach Hause aufbrechen. Doch es gab noch ein Problem. Der Riss in der Windschutzscheibe war während unseres Aufenthalts ziemlich größer geworden, und es war klar, dass nach der Rückkehr die ganze Scheibe ausgetauscht werden musste. Und ehrlich gesagt wussten wir, dass es mit so einer Scheibe mehrere hundert Kilometer nach Hause zu fahren nicht gerade ideal ist. Wir mussten aber irgendwie nach Hause kommen. Zum Glück war die Fahrt auf der Autobahn ruhig, und wir haben es ohne weitere Probleme geschafft. Mein Mann erklärte danach, dass er nicht mehr nach Krakau fährt, weil wir dort einfach Pech gehabt hätten. 🙂
Wie viel braucht man eigentlich?
Wenn ich auf unser ganzes Krakau-Abenteuer zurückblicke, hat es mir neben all den Erlebnissen eigentlich noch etwas anderes gezeigt. Nämlich, wie wenig man wirklich braucht. Wir hatten in dem Moment praktisch jeder nur einen Rucksack mit Sachen dabei. Etwas Kleidung zum Wechseln, die ich nach ein paar Tagen ohnehin waschen musste, ein paar grundlegende Dinge, und das war fast alles.
Wir brauchten einen Ort zum Schlafen, etwas zu essen und etwas zum Anziehen. Und eigentlich nichts weiter. Wenn man reist, wird einem plötzlich bewusst, wie wenige Dinge man wirklich braucht. Und vielleicht gilt das nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause. Wie viele Dinge haben wir eigentlich um uns herum, und wie viele davon brauchen wir wirklich? Wahrscheinlich viel weniger, als wir denken. 🙂
Nach der Rückkehr nach Hause ließen wir natürlich auch die Windschutzscheibe austauschen, und damit endete unser ungeplant langes Krakau-Abenteuer endgültig. Und auch wenn während dieser paar Tage wirklich einiges schiefging, war die Hauptsache, dass wir alle sicher nach Hause gekommen sind. Und das ist am Ende sowieso das Wichtigste.
Ist Ihnen auf einer Reise schon einmal etwas Unerwartetes passiert, und was war es? 🙂
Gut zu wissen
Hat das Polnische Luftfahrtmuseum in Krakau dienstags freien Eintritt?
Ja, laut den aktuellen Regeln des Museums ist der Dienstag ein Tag mit freiem Eintritt zu den Dauerausstellungen. Vor dem Besuch lohnt es sich aber immer, die aktuellen Bedingungen zu prüfen.
Was gibt es im Polnischen Luftfahrtmuseum zu sehen?
Sie finden dort hunderte Exponate, zum Beispiel Flugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge, Flugzeugmotoren oder Militärmaschinen aus verschiedenen Epochen der Luftfahrtgeschichte.
Gibt es im Museum auch MiGs?
Ja. Zur Außenausstellung gehört auch ein Bereich, der verschiedenen MiG-Flugzeugtypen gewidmet ist.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Das Museum ist wirklich groß, und die Ausstellungen befinden sich in mehreren Gebäuden, Hangars und im Freien. Wenn man es in Ruhe erkunden möchte, würde ich mindestens ein paar Stunden einplanen.