Ausflug nach Krakau: die Wawelburg, das historische Zentrum und eine unerwartete Autopanne
Für zwei Nächte fuhren wir nach Krakau, und schon am ersten Tag lief uns in der Tiefgarage die Bremsflüssigkeit aus. Die Stadtbesichtigung haben wir aber nicht aufgegeben – wir gingen durch das Florianstor, über den größten mittelalterlichen Marktplatz Europas, zur Wawelburg und am Abend an die Weichsel.
Unser nächster Ausflug führte in eine der größten Städte Polens – nach Krakau. Krakau ist eine riesige Stadt mit mehr als 800.000 Einwohnern und einer reichen Geschichte.
Wir brachen von Jihlava mit meinem Mann und seinem Onkel auf, und in Brno stieg noch meine beste Freundin zu. Vor uns lag die Fahrt über die Autobahn durch Ostrava bis nach Polen. Insgesamt sind es mit dem Auto von Jihlava nach Krakau etwa 400 Kilometer und gut 4 Stunden, natürlich je nach Verkehr und auch je nach Pausen für einen Snack oder zum Beinevertreten. Wir fuhren auf dem mautpflichtigen Abschnitt der A4 von Katowice nach Krakau, wo an den Mautstationen eine Gebühr zu entrichten ist. Zahlen kann man bequem mit Karte oder bar.
Noch auf tschechischer Seite, kurz vor der polnischen Grenze, bemerkten wir einen kleinen Riss in der Windschutzscheibe, wahrscheinlich von einem Steinschlag. Wir sagten uns, das würde schon so halten. Wir ahnten noch nicht, was uns am Ziel erwartete.
Die unterirdische Überraschung von Krakau
Wir hatten über Booking ein Apartment mit zwei Schlafzimmern und Tiefgarage reserviert. Und in Krakau wollten wir zwei Nächte bleiben. Die Navigation führte uns genau zu unserer Unterkunft, und wir fuhren in die Garage. Wir nahmen einen Teil der Sachen aus dem Auto und gingen einchecken, mit dem Gedanken, den Rest gleich zu holen. Als wir zum Auto zurückkamen, bemerkte mein Mann eine kleine Pfütze darunter. Keiner von uns hatte sie vorher gesehen, also wussten wir nicht, ob sie von unserem Auto stammte. Ich muss dazu sagen, dass wir einen alten Kia Rio haben, aber der ist ein zäher Bursche, der uns schon zuverlässig Tausende Kilometer gefahren hat.
Mein Mann beschloss, das Auto ein Stück zu bewegen, damit wir sehen konnten, ob die Pfütze nass war. Doch kaum trat er auf die Bremse, wurde das Pedal weich und unter dem Auto lief Bremsflüssigkeit aus. Es war Wochenende, also war uns klar, dass die meisten Werkstätten nicht geöffnet haben würden. Aus dem Apartment rief mein Mann die Versicherung an, wo man ihm bereitwillig weiterhalf. Nach einiger Zeit kam ein Abschleppwagen, zog das Auto geschickt aus der Tiefgarage, lud es auf und fuhr es weg. Die Versicherung schickte uns auch Informationen und einen Kontakt zu einer Werkstatt, aber niemand konnte garantieren, wann das Auto fertig sein würde. Vor allem auch, weil die Werkstatt am Sonntag geschlossen hatte. Der Onkel und meine Freundin mussten aber am Montag zur Arbeit. Zum Glück konnten beide für den Montag freinehmen, was uns allen viel Stress ersparte.
Wir sagten uns, dass wir, da wir schon in Krakau und wohlauf waren, unsere Pläne nicht ändern würden. Wir riefen ein Bolt-Taxi und machten uns auf, die Schönheiten der Stadt zu entdecken.
Durch die Geschichte ins Herz von Krakau
Bolt setzte uns an der Straße Plac Jana Matejki ab. Hier kann man das eindrucksvolle Grunwald-Denkmal (Pomnik Grunwaldzki) nicht übersehen. Es ist eine mächtige Figurengruppe mit König Władysław II. Jagiełło zu Pferd. Von dort ging es weiter zur Barbakane. Das ist ein interessanter Wehrbau vom Ende des 15. Jahrhunderts, der ein wichtiger Teil der Stadtbefestigung war. Heute gehört sie zum Museum von Krakau und ist für Besucher zugänglich.
Gleich hinter der Barbakane gingen wir durch das Florianstor (Brama Floriańska). Dieses mittelalterliche Tor ist 34,5 Meter hoch und war einst der Haupteingang zur Stadt am sogenannten Königsweg. Direkt am Tor verkaufte ein einheimischer Maler wunderschöne handgemalte Bilder. Von dort ging es weiter durch die lebhafte Floriańska-Straße (ulica Floriańska), voller kleiner Läden, Cafés und Restaurants. Unter anderem stößt man hier auf das bekannte Wachsfigurenmuseum.
Vom Grunwald-Denkmal durch die Barbakane und das Florianstor auf den Königsweg
Der größte mittelalterliche Marktplatz und die Drachenlegende
Über die Straße kamen wir bis zum Rynek Główny, dem Hauptmarkt. Jede seiner Seiten misst gut 200 Meter, und er zählt zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen Europas. Den Platz beherrscht die unübersehbare Marienkirche (Kościół Mariacki) mit ihren beiden charakteristischen, unterschiedlich hohen Türmen. In der Mitte des Platzes stehen die historischen Tuchhallen Sukiennice, die Tuchmacherhalle. Früher wurde hier unter anderem mit Tuch gehandelt, heute findet man drinnen Stände voller Souvenirs, Bernsteinschmuck und Kunsthandwerk.
Der Hauptmarkt mit den Tuchhallen (Sukiennice), dem Rathausturm und der Marienkirche
Eines fällt einem in Krakau aber auf Schritt und Tritt auf – überall sind Drachen. Als Plüschtiere, auf Magneten und auf den unterschiedlichsten Souvenirs. Der Wawel-Drache, Smok Wawelski, ist nämlich eine der bekanntesten Legenden rund um Krakau.
Beim Spaziergang machten wir auch in der örtlichen Bäckerei und Café Lajkonik Halt, wo wir einen hervorragenden Tee und etwas Leckeres genossen. Ansonsten hatten wir natürlich unsere eigenen Getränke und unser Essen im Rucksack, aber etwas Regionales mussten wir einfach probieren.
In den Tuchhallen (Sukiennice), Krakauer Drachen auf Schritt und Tritt und Tee im Café Lajkonik
Die Wawelburg, Karussells und die abendliche Weichsel
Weiter ging es durch die historische Grodzka-Straße, die ein weiterer Teil des Königswegs ist und uns bis zum majestätischen Burgberg Wawel führte. Der Wawel zählt zu den bedeutendsten historischen Orten Polens. Jahrhundertelang war er der Sitz der polnischen Herrscher, und in der dortigen Kathedrale wurden die polnischen Könige gekrönt und bestattet.
Durch die Grodzka-Straße zum Burgberg Wawel und seiner Kathedrale
Das Schöne ist, dass man auf den Burgberg selbst und in die frei zugänglichen Außenbereiche des Areals kostenlos gelangt. Wir gingen bis zur berühmten Statue des Wawel-Drachen. Normalerweise speit der Drache in regelmäßigen Abständen echtes Feuer, doch bei unserem Besuch hatte er gerade Wartung, also spuckte er kein Feuer.
Der Renaissancehof der Wawelburg, die Drachenstatue unterhalb der Mauern und der Blick auf die Weichsel
Vom Drachen aus gingen wir am Ufer Bulwar Czerwieński entlang der Weichsel. Es begann bereits zu dämmern, und wir hatten mehrere Stunden mit dem Spaziergang durch die Stadt verbracht. Wir überquerten die Grunwaldzki-Brücke und kamen zu einer örtlichen Attraktion – dem riesigen Aussichtsrad Cracow Eye. In der Umgebung gab es auch weitere Karussells, von denen mich ein wunderschönes, stilvolles zweistöckiges Karussell wie aus dem Märchen am meisten bezauberte. Wir sahen sogar einen Aussichts-Fesselballon.
Das abendliche Weichselufer, das Aussichtsrad Cracow Eye und ein märchenhaftes zweistöckiges Karussell
Hier endete unsere abendliche Stadtbesichtigung. Für den Rückweg zur Unterkunft nahmen wir wieder ein Bolt-Taxi, aßen im Apartment zu Abend und fielen erschöpft ins Bett.
Am zweiten Tag beschlossen wir, den äußeren Ring von Krakau abseits des Zentrums zu erkunden, und wir schauten uns auch im Park um. Der hiesige Stadtpark Planty ist ziemlich einzigartig. Er bildet einen grünen Gürtel von über 4 Kilometern Länge rund um den gesamten historischen Kern der Stadt. Wieder verbrachten wir mehrere Stunden mit dem Erkunden der Stadt. Am Abend machten wir uns das Abendessen und suchten Busverbindungen für den Onkel und meine Freundin heraus, die am nächsten Tag schon nach Hause fahren mussten.
Am zweiten Tag gingen wir auch durch weitere Winkel der Stadt – den Hof des Collegium Maius, den Mały Rynek und die Gassen rund um die Marienkirche
💡 Mein kleiner Rat zum Schluss: Wie wählt man eine Unterkunft in Krakau?
Unser Apartment war zwar sehr hübsch und sauber, hatte aber einen riesigen Fehler – eine schauderhafte Schalldämmung. Die ganze Nacht fuhren unter unseren Fenstern Straßenbahnen, und der Lärm von der Straße war wirklich hart. Wenn ihr nach Krakau fahrt, lautet mein ehrlicher Rat: Achtet bei der Wahl der Unterkunft auch auf ihre Lage. Sucht euch lieber eine Unterkunft weiter weg von den Hauptstraßen und Straßenbahngleisen.
Wart ihr schon einmal in Krakau? Und habt ihr den Wawel-Drachen wirklich Feuer speien sehen, oder hatte er gerade Pause wie bei uns? 🙂
Gut zu wissen
Wo parkt man in Krakau?
Für mich ist die ideale Wahl eine Unterkunft mit eigener Garage oder eigenem Parkplatz. Im weiteren Zentrum von Krakau gibt es kostenpflichtige Parkzonen, die in mehrere Unterzonen unterteilt sind. Vor der Reise empfehle ich, die aktuellen Regeln und Preise für den konkreten Ort zu prüfen.
Kostet der Eintritt zum Wawel etwas?
Für den Wawelhügel selbst und die üblicherweise frei zugänglichen Außenbereiche des Areals wird kein Eintritt verlangt. Tickets kauft man für die einzelnen Burgausstellungen, die Drachenhöhle, einige weitere Besucherbereiche und gesondert auch für die touristischen Teile der Wawel-Kathedrale.
Wie bewegt man sich am besten durch Krakau?
Das historische Zentrum von Krakau lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Für längere Strecken kann man Straßenbahnen und Busse oder Dienste wie Bolt und Uber nutzen. Wegen unseres kaputten Autos haben wir vor allem Bolt genutzt, und das hat bei uns problemlos funktioniert.
Fällt auf der Autobahn A4 zwischen Katowice und Krakau eine Maut an?
Ja. Der Abschnitt A4 Katowice–Krakau ist mautpflichtig. Die Maut wird an zwei Mautstationen erhoben – in Mysłowice und Balice. Seit dem 1. April 2026 kostet die Durchfahrt mit einem normalen Pkw 18 zł je Station, also 36 zł für den gesamten Abschnitt. Den aktuellen Preis sollte man vor der Reise aber immer nachprüfen.
Speit der Wawel-Drache wirklich Feuer?
Ja. Die Statue des Wawel-Drachen ist an eine Gasleitung angeschlossen und speit tatsächlich Feuer. Wenn gerade Wartungsarbeiten laufen oder die Anlage außer Betrieb ist, kann es einem aber ergehen wie uns, und man muss mit dem Feuer bis zum nächsten Besuch warten.