Zoo Krakau, die polnischen Malediven – Steinbruch Zakrzówek und ein weiteres unerwartetes Abenteuer
Unser dritter Tag in Krakau ohne Auto. Ein Freibad im gefluteten Kalksteinbruch Zakrzówek, ein Zoo mitten im Wald versteckt und ein unerwartetes Abenteuer auf dem Rückweg.
Am nächsten Tag in Krakau beschlossen wir, uns einen ganz anderen Ort anzusehen, weiter weg von den örtlichen Sehenswürdigkeiten: das Freibad Zakrzówek.
Das Auto war immer noch in der Werkstatt, also waren wir auf Bolt angewiesen, das wir während unseres Aufenthalts richtig lieb gewonnen hatten. Vor allem wegen des Preises, der wirklich sehr niedrig war, und auch wegen der Bequemlichkeit. Man muss sich um keine Busse oder Zeiten kümmern. 🚖
Zakrzówek – ein Freibad im ehemaligen Steinbruch
Wenn man das Wort „Freibad” hört, stellt man sich wahrscheinlich ein klassisches Schwimmbecken vor. Zakrzówek ist aber etwas völlig anderes.
Wegen seines türkisfarbenen Wassers und der hellen Kalksteinfelsen wird Zakrzówek oft als polnische Malediven bezeichnet. Und wenn man den Ort live sieht, versteht man auch, warum. Es ist ein ehemaliger Kalksteinbruch, der nach dem Ende des Abbaus geflutet wurde und sich allmählich in einen der beliebtesten Erholungsorte Krakaus verwandelte. Heute ist er Teil eines großen Freizeitparks mit einer Fläche von mehr als 50 Hektar.
Auf dem Wasser sind hölzerne schwimmende Stege gebaut, dazwischen fünf Becken mit unterschiedlicher Tiefe. Es gibt flache Bereiche, die auch für Kinder geeignet sind, aber auch 3,5 Meter tiefe Becken für erfahrenere Schwimmer. Ich muss sagen, es ist wirklich ein interessanter Ort. Wasser, Felsen und die hölzernen Stege wirken ganz anders als ein klassisches städtisches Freibad. 🌊
Zakrzówek — ein Freibad in einem gefluteten Kalksteinbruch, das als polnische Malediven bekannt ist
Abschied und noch eine Nacht in Krakau
An diesem Tag mussten wir uns auch von meiner besten Freundin und meinem Onkel verabschieden. Beide mussten nach Hause, und sie erwartete eine sehr lange Busfahrt bis nach Jihlava. Das habe ich ihnen wirklich nicht beneidet. 🫤
Laut der Werkstatt bestand Hoffnung, dass unser Auto am nächsten Tag endlich repariert sein könnte.
Wir mussten deshalb noch für eine weitere Nacht eine Unterkunft finden. Das Apartment, in dem wir zwei Nächte verbracht hatten, hatte für die nächste Nacht nämlich keinen Platz mehr frei. Diesmal entschieden wir uns für ein Hotel mit Frühstück. Nach der Erfahrung mit der vorherigen Unterkunft haben wir natürlich auch etwas mehr auf die Lage und die Bewertungen geachtet. Eine weitere Nacht mit Straßenbahnen, die direkt unter unserem Fenster fuhren, brauchten wir wirklich nicht. 🙂
Im Hotel gab es eine Gepäckaufbewahrung, also ließen wir dort alle Sachen und begannen zu überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen sollten. Und dann kamen wir auf die Idee, uns den Zoo Krakau anzusehen.
Der Zoo Krakau mitten im Wald
Der Zoo Krakau liegt am westlichen Stadtrand in einem Wald namens Las Wolski, also ließen wir uns wieder von Bolt dorthin bringen. Vom Zentrum aus ist es ziemlich weit, etwa neun Kilometer. Aber gerade seine Lage ist meiner Meinung nach einer der Gründe, warum dieser Zoo so angenehm ist. Er ist nämlich wirklich zwischen den Bäumen versteckt, und das ganze Gelände wirkt sehr grün und naturnah. Beim Spaziergang hat man manchmal das Gefühl, gar nicht in einer Großstadt zu sein.
Ankunft im Zoo Krakau und erster Spaziergang zwischen Volieren und Bäumen
Der Zoo wurde bereits 1929 eröffnet. Heute erstreckt er sich auf etwa 20 Hektar, und dort leben rund 1.500 Tiere. Mehr als hundert der gehaltenen Arten gehören zu den bedrohten oder rückläufigen Arten. Uns hat dieser Zoo ziemlich gut gefallen. Wir haben viele Tiere gesehen, und ich war besonders begeistert von den Pinguinen, die ich sehr mag. Und mein Mann war begeistert von den Roten Pandas. 🙂
Giraffen, Kamele, Tiger, Nilpferde — und meine Pinguine mit dem Roten Panda meines Mannes
Wir hatten außerdem Glück, denn wir kamen genau zur Elefantenfütterung. Das hat uns wirklich sehr gut gefallen. Bei der Fütterung arbeiteten die Elefanten mit ihrem Pfleger zusammen und führten auf sein Kommando verschiedene erlernte Bewegungen aus. Sie hoben die Füße, positionierten sich nach Anweisung und bekamen dafür immer etwas Leckeres. 🙂
Zum Abschluss gingen wir noch durch die Terrarien und das Meeresaquarium, wo wir zum Beispiel Leguane, Schildkröten, Schlangen und bunte Fische zwischen Korallen sahen. 🙂
Elefantenfütterung und der Abschluss unseres Rundgangs durch die Terrarien und das Meeresaquarium
Und jetzt irgendwie von hier wegkommen
Wir brauchten mehrere Stunden, um uns im Zoo alles anzusehen und ihn zu durchqueren. Nach dem Rundgang im Zoo wollten wir zurück in die Stadt. Doch wir stießen auf ein kleines Problem. Wir hatten keinen Handyempfang. Ich weiß nicht, ob wir nur bei unserem Anbieter Pech hatten, aber auch das Internet funktionierte einfach nicht. Und ohne Internet konnten wir natürlich keinen Bolt bestellen.
Auf dem Gelände gab es einen kleinen Souvenirladen, also gingen wir das Personal fragen, ob es uns vielleicht das WLAN-Passwort verraten oder uns helfen könnte, ein Taxi zu bestellen. Leider trafen wir diesmal auf einen Mann, der uns nicht helfen wollte. Ich muss aber hinzufügen, dass das während unseres Aufenthalts in Krakau wirklich eine Ausnahme war. Überall sonst trafen wir auf sehr freundliche Menschen, die uns zu helfen versuchten – ob in Geschäften, in der Unterkunft oder bei unseren Autoproblemen.
Also standen wir vor dem Zoo ohne Internet und überlegten, was jetzt.
Ein Bus, wer weiß wohin
Ein Stück vom Zoo entfernt bemerkten wir eine Bushaltestelle. Dort warteten mehrere Leute, also war klar, dass wohl bald ein Bus kommen würde. Das einzige Problem war, dass wir ohne Internet überhaupt keine Ahnung hatten, wohin er eigentlich fuhr. Wir sagten uns aber, dass es uns eigentlich egal sei. Hauptsache, er brachte uns irgendwohin, wo wir wieder Handyempfang bekommen würden. 🙂
Der Bus kam, und wir stiegen ein. Wir wollten einen Fahrschein kaufen und am Automaten im Bus mit Karte bezahlen. Wir hielten die Karte hin, probierten alles Mögliche aus, aber es tat sich überhaupt nichts. Das Symbol für kontaktloses Bezahlen war zwar auf dem Automaten, also war es unserer Meinung nach das richtige Symbol für Kartenzahlung, aber mit Karte konnten wir einfach nicht bezahlen. Also ging mein Mann zum Fahrer und bat ihn um Hilfe. Der Fahrer sagte ihm zunächst, dass die Kartenzahlung normalerweise funktionieren sollte. Als es aber immer noch nicht klappte, stand er von seinem Platz auf und sah sich den Automaten persönlich an. Und dann stellte er fest, dass ausgerechnet in diesem Bus ein Gerät verbaut war, das gar keine Karten akzeptierte. Und offenbar wusste er das selbst nicht. 🙂
Der Automat akzeptierte nur Münzen. In diesem Moment wollten uns die Fahrgäste um uns herum sofort helfen und boten uns ihre Münzen an. Zum Glück fand ich aber in meinem Portemonnaie ein paar polnische Kleingeldmünzen, sodass wir Zeitfahrscheine kaufen konnten. Und dann behielten wir nur noch die Zeit im Auge, um zu wissen, wann wir aussteigen mussten.
Nach einer Weile stiegen wir an einer Haltestelle aus, wo wir endlich wieder Handyempfang hatten. Und die erste Sache war natürlich klar. Einen Bolt bestellen. Der brachte uns direkt zum Hotel. Gleich daneben hatten wir einen Lebensmittelladen, also kauften wir noch etwas für das Abendessen und freuten uns dann darauf, nach dem ganzen Tag endlich zu entspannen.
Das Auto ist morgen fertig… vielleicht
Am nächsten Morgen frühstückten wir im Hotel und warteten auf eine Nachricht aus der Werkstatt. Wir erfuhren aber, dass das Auto noch nicht fertig sein würde. Es erwartete uns also ein weiterer ganzer Tag in Krakau.
Und was haben wir in Krakau unternommen? Das erfahrt ihr im nächsten Artikel. 🙂
Welches Tier ist im Zoo euer liebstes? 🙂
Gut zu wissen
Was ist Zakrzówek in Krakau?
Zakrzówek ist ein großes Freizeitgelände rund um einen gefluteten ehemaligen Kalksteinbruch. Ihr findet dort einen Park, Aussichtspunkte, Wege und ein Freibad mit fünf schwimmenden Becken. Der See selbst erreicht stellenweise eine Tiefe von etwa 32 Metern.
Kostet der Eintritt zum Freibad Zakrzówek?
In der Saison 2026 ist der Eintritt zum Freibad kostenlos. Auf den schwimmenden Stegen dürfen sich gleichzeitig maximal 300 Personen aufhalten, bei voller Kapazität muss man also warten. Die Badesaison 2026 ist vom 1. Juni bis 30. September geplant. Die aktuellen Bedingungen prüft ihr am besten vor eurem Besuch.
Wie tief sind die Becken am Zakrzówek?
Das Freibad hat fünf Beckenbereiche mit unterschiedlicher Tiefe. Der kleinste ist 40 Zentimeter tief, es folgen 80 und 120 Zentimeter, und die zwei tiefsten Bereiche haben 3,5 Meter.
Wo liegt der Zoo Krakau?
Der Zoo liegt im Wald Las Wolski am westlichen Stadtrand von Krakau. Durch seine Lage inmitten von Grün wirkt er sehr naturnah und ist auch an heißen Sommertagen ein angenehmer Ort.
Wie viele Tiere leben im Zoo Krakau?
Auf dem rund 20 Hektar großen Gelände leben etwa 1.500 Tiere aus rund 270 Arten. Mehr als 100 der gehaltenen Arten gelten als bedroht oder im Rückgang begriffen.
Wie viel kostet der Eintritt in den Zoo Krakau?
Im Jahr 2026 kostet der reguläre Eintritt vom 1. April bis 31. Oktober 48 Zł, ermäßigt 40 Zł. Von November bis März ist der Eintritt günstiger. Die Preise können sich natürlich ändern, deshalb lohnt es sich, die aktuelle Preisliste vor dem Besuch zu prüfen.
Wie kommt man ohne Auto zum Zoo Krakau?
Zum Zoo fährt der städtische Bus Linie 134 aus der Gegend Cracovia Stadion. An Wochenenden und während der Saison können je nach aktuellen Bedingungen zusätzliche Fahrten eingesetzt werden.
Gibt es im Zoo Krakau Tierfütterungen?
Ja. In der Saison veranstaltet der Zoo Schaufütterungen mehrerer Tierarten. Aktuell gehören dazu zum Beispiel Elefanten, Pinguine, Rote Pandas und Tiger. Das Programm kann sich je nach Wetter und Bedürfnissen der Tiere ändern, deshalb empfehle ich, die Zeiten kurz vor dem Besuch zu prüfen.