Donnerstag, 17. September 2026
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Was ich auf meiner Loggia anbaue: Kräuter, Gemüse und meine Erfahrungen

Wie ich aus einer ganz gewöhnlichen unverglasten Loggia nach und nach einen kleinen Garten mit Kräutern, Tomaten und Erdbeeren gemacht habe. Was geklappt hat und was nicht.

Was ich auf meiner Loggia anbaue: Kräuter, Gemüse und meine Erfahrungen

In Südmähren, wo ich herkomme, war es für mich schon immer irgendwie selbstverständlich, dass die Menschen um uns herum vieles selbst angebaut haben. Egal ob Gemüse, Obst oder Kräuter. Natürlich steckt da auch viel Arbeit dahinter, aber nichts geht über das Gefühl, wenn man sich etwas direkt aus dem eigenen Garten oder vom eigenen Strauch pflücken kann. 🫑

Wir selbst hatten zwar nicht immer einen Garten, aber ich erinnere mich, dass sich die Leute untereinander sehr geholfen haben. Der eine hatte Johannisbeeren, der andere Stachelbeeren, wieder ein anderer etwas anderes – und so haben wir immer wieder etwas bekommen. Aprikosen und Pfirsiche wurden direkt in den Obstgärten gekauft. Und danach kam natürlich das Einkochen und das Anlegen von Vorräten für den Winter.

Vielleicht ist mir genau deshalb nach dem Umzug von Südmähren in die Vysočina, genauer nach Jihlava, aufgefallen, dass mir einige dieser ganz gewöhnlichen Dinge eigentlich fehlen.

Am Anfang wusste ich hier zum Beispiel überhaupt nicht, wo ich schwarze oder rote Johannisbeeren, Stachelbeeren und anderes Obst herbekomme, das ich früher fast für selbstverständlich gehalten habe. Heute weiß ich natürlich, wo ich es kaufen kann, aber mir fehlte vor allem die Möglichkeit, einfach rauszugehen und mir selbst etwas zu pflücken. Je älter ich werde, desto mehr denke ich darüber nach, was wir eigentlich essen. In letzter Zeit interessiert mich auch viel mehr, woher unser Essen kommt und was wir alles selbst anbauen können.

Mein kleiner Garten auf der Loggia

So habe ich nach und nach begonnen, mir wenigstens dort einen eigenen kleinen Garten anzulegen, wo ich Platz dafür hatte – auf unserer Loggia.

Wir haben eine ganz gewöhnliche unverglaste Loggia. Aber gerade durch sie habe ich festgestellt, dass sich auch auf ein paar Quadratmetern ziemlich viel anbauen lässt. Und was mich daran vielleicht am meisten fasziniert, ist der Anfang selbst. Ein paar kleine Samen in die Erde streuen, sie regelmäßig kontrollieren und dann eines Tages feststellen, dass über der Erde etwas Grünes erschienen ist. Dabei zuzusehen, wie eine Pflanze nach und nach kräftiger wird, wächst, die ersten Blüten bildet und am Ende vielleicht sogar etwas, das man essen kann. Es ist eigentlich so eine kleine Freude. 🙂

Die Liebe zu Pflanzen habe ich von meiner Mutter

Ich weiß, dass ich meine Beziehung zu Blumen und Pflanzen ganz sicher von meiner Mutter habe, und vielleicht auch von anderen Vorfahren. Meine Mutter liebte Blumen sehr. Zu Hause hatten wir auch immer verschiedene grüne Zimmerpflanzen, ich erinnere mich zum Beispiel an eine Efeutute, die bei uns wunderschön rankte. Auch Geranien gehörten zu ihren Lieblingen. Sie hat sich mit Liebe um ihre Pflanzen gekümmert und es hat ihr auch Freude gemacht, selbst etwas heranzuziehen. ❤️

Auch ich mag grüne Pflanzen, Blumen, den Duft von Kräutern und vor allem dieses Gefühl, wenn ich selbst etwas einpflanze und es tatsächlich anfängt zu wachsen.

Was ich dieses Jahr auf der Loggia anbaue

Unsere Loggia ist Richtung Morgensonne ausgerichtet. Die Sonne scheint bei uns vor allem am Vormittag, etwa bis zum Mittag, danach liegt die Loggia meist im Schatten. Dieses Jahr habe ich beschlossen, etwas mehr auszuprobieren als bisher. Nach und nach kamen bei uns Thymian, Rosmarin, echter Lavendel, Minze, Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Stevia dazu. Bei Gemüse habe ich klassische Tomaten, Cherrytomaten und weiße Paprika gepflanzt, und mir zur Freude auch noch eine remontierende Erdbeerpflanze der Sorte Elan gekauft.

Bei den Cherrytomaten baue ich die Sorte Vilma von MoravoSeed an. Das ist eine kompakte Balkonsorte, die sich deshalb gut für den Anbau in Töpfen eignet. Und wie es beim Anbau eben so ist – manches ist wunderbar gelungen, manches eher nicht. 🙂

Was gut geklappt hat und was eher nicht

Große Freude hat mir dieses Jahr das Basilikum gemacht. Es ist bei mir wirklich gut gewachsen. Auch Cherrytomaten und Paprika sind mir schön gewachsen. Überraschenderweise haben Minze und Schnittlauch dagegen nicht so gut funktioniert. Gerade bei der Minze hätte ich erwartet, dass sie fast von selbst wächst.

Aber genau das macht für mich den Reiz beim Gärtnern aus. Man kann sich informieren, für eine Pflanze aus eigener Sicht ideale Bedingungen schaffen – und trotzdem macht sie manchmal einfach, was sie will.

Außerdem war ich dieses Jahr beim Auspflanzen ziemlich vorsichtig und habe die meisten Pflanzen erst im Mai auf die Loggia gestellt. Nach Südmähren kommt mir Jihlava nämlich deutlich kälter vor. Das Wetter ist hier zudem wechselhaft, sodass ich immer noch lerne einzuschätzen, wann ich die Pflanzen bedenkenlos draußen lassen kann.

Gärtnern ist nicht nur die Ernte

Ich gehe gerne auf die Loggia, auch wenn es dort eigentlich gar nichts zu tun gibt. Ich schaue einfach nach, was wieder ein Stückchen gewachsen ist, ob eine neue Blüte oder eine kleine Tomate erschienen ist. Manchmal streichle ich meine Pflanzen sogar und rede auch schon mal mit ihnen. Es ist meine kleine Oase der Ruhe.

Dort zu sitzen, auf Jihlava zu schauen und dabei von all dem Grün umgeben zu sein, das ich selbst großgezogen habe, ist für mich eine riesige Freude.

Und mein Mann freut sich am meisten in dem Moment, in dem man endlich etwas pflücken und essen kann. 🙂

Substrat und kleine Fliegen

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass es auch sehr darauf ankommt, worin man die Pflanzen setzt.

Früher habe ich mehrmals ganz normales Substrat gekauft und dabei auch gleich kleine Fliegen mit nach Hause gebracht. Und es war fast egal, wo ich die Erde gekauft habe.

Nach diesen Erfahrungen bin ich vor allem auf supprimierende Substrate der Marke Forestina Profík umgestiegen. Je nachdem, was ich gerade pflanze, kaufe ich die Variante für Zimmerpflanzen, Kräuter oder direkt für Tomaten und Paprika.

Sie sind zwar teurer, aber meine persönliche Erfahrung ist bisher sehr gut, und kleine Fliegen sind darin bei mir bisher nicht aufgetaucht. Das heißt natürlich nicht, dass sie nie auftauchen können, aber mir ist es bisher noch nicht passiert. Außerdem dünge ich die Pflanzen bei Bedarf mit natürlichem Dünger.

Was ich noch zu Hause anbaue

Meine Leidenschaft fürs Gärtnern endet natürlich nicht auf der Loggia. Zu Hause habe ich zum Beispiel eine Löffelblattblume (Spathiphyllum). Man sieht ihr wunderbar an, wenn sie gegossen werden muss. Sobald sie wenig Wasser hat, lässt sie die Blätter hängen und macht mir damit ziemlich klar, dass es Zeit für die Gießkanne ist. Für mich ist das eine ziemlich praktische Art der Kommunikation. 🙂

Ich habe außerdem eine Amaryllis geschenkt bekommen, die dieses Jahr wieder wunderschön geblüht hat. Als sich ihre riesige Blüte vollständig geöffnet hat, konnte ich kaum glauben, dass so etwas zu Hause in einem Topf gewachsen ist.

Letzten Dezember habe ich zwei Weihnachtskakteen bekommen, und eine weitere meiner Stammpflanzen ist eine Zitronenverbene.

Zitronenverbene

Die Zitronenverbene mag ich vor allem wegen ihres intensiven Dufts. Man kann daraus auch Sirup oder Tee machen. Im Sommer mache ich mir damit gelegentlich ein einfaches Getränk selbst. Ich gebe ein paar zerdrückte Blätter der Zitronenverbene in einen Glaskrug, presse eine Zitrone aus, gebe etwas Honig oder Rohrzucker dazu und fülle alles mit Wasser auf. Manchmal gebe ich auch frisch gepressten Orangensaft dazu. Ähnlich mag ich Wasser mit frischer Minze, Zitrone oder Limette. Das ist genau einer der Gründe, warum mir eigene Kräuter so viel Freude machen. Ich muss für ein paar Blätter nirgendwohin gehen. Ich öffne einfach die Tür zur Loggia und pflücke sie mir selbst.

Hat es Sinn, überhaupt etwas anzubauen?

Für mich auf jeden Fall ja. Nicht, weil wir wegen ein paar Töpfen aufhören würden, Gemüse im Laden zu kaufen. Das ganz sicher nicht. Aber das Gefühl, wenn ich eine Tomate von einer Pflanze pflücke, die ich vor ein paar Monaten noch als kleines Samenkorn ausgesät habe, ist einfach etwas ganz anderes. Gleichzeitig merkt man, wie viel Arbeit und Zeit hinter etwas steckt, das man im Laden einfach aus dem Regal nimmt und in den Einkaufswagen legt. Aber jeden Morgen, wenn ich auf die Loggia trete und all das Grün um mich herum sehe, freue ich mich. Und genau darum geht es eigentlich am meisten. 🙂

Das Anbauen von Pflanzen macht mir einfach Spaß. Und was baut ihr an? 🙂

Gut zu wissen

Was kann man auf einer kleinen Loggia anbauen?

Auf meiner Loggia baue ich zum Beispiel Basilikum, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Minze, Petersilie, Schnittlauch, Stevia, Tomaten, Cherrytomaten, Paprika und Erdbeeren an. Vieles hängt aber von der Sonnenmenge, der Topfgröße und den Bedürfnissen der jeweiligen Pflanze ab.

Welche Tomaten haben sich bei mir auf der Loggia bewährt?

Gute Erfahrungen habe ich mit Cherrytomaten der Sorte Vilma von MoravoSeed gemacht. Das ist eine kompakte Balkonsorte, die sich auch für den Anbau in Töpfen eignet.

Kann man aus dem Kern einer im Laden gekauften Tomate eine Tomatenpflanze ziehen?

Der Kern kann natürlich keimen – genau so ein Versuch läuft gerade bei mir zu Hause. Stammt er allerdings von einer F1-Hybride, muss die daraus entstehende Pflanze nicht dieselben Eigenschaften wie die ursprüngliche Tomate haben.

Welches Substrat verwende ich für den Anbau auf der Loggia?

Nach mehreren schlechten Erfahrungen mit kleinen Trauermücken bin ich auf supprimierende Substrate umgestiegen und wähle je nach Pflanze die Variante für Kräuter, Zimmerpflanzen oder Tomaten und Paprika. Sie sind zwar teurer, haben sich bei mir bisher aber bewährt.