Ausflugstipp: Rijeka, Kroatien
Nach dem ruhigen ungarischen Balaton kamen wir im kroatischen Rijeka an, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben das Meer sah. Riesige Yachten, die Promenade Korzo, romantische Gassen und ein versteckter Strand unterhalb der Stadt.
Vom ungarischen Balaton, wo uns die nachsaisonale Ruhe völlig verzaubert hatte, machten wir uns weiter auf den Weg. Unser Ziel stand fest – Kroatien. Und für mich persönlich war das ein Meilenstein im Leben. Ich fuhr nämlich zum allerersten Mal in meinem Leben ans Meer! 🌊
Fahrt ohne Stau und Unterkunft in letzter Minute 🚗
Von Balatonalmádi ging es auf der Autobahn direkt Richtung Rijeka. Das sind etwa 400 Kilometer, und ich muss sagen, im September zu fahren ist ein echter Travel-Hack. Die ungarische Autobahn war völlig leer, die kroatische fast genauso. Kein Stress, keine Staus. In Kroatien wird die Autobahnmaut über Schranken abgerechnet, je nachdem, welche Abschnitte man fährt.
Weil wir wussten, dass nach der Saison die Preise fallen und es überall freie Plätze gibt, buchten wir die Unterkunft erst kurz vor der Abreise über Booking. Und wir haben den Jackpot geknackt! Wir entschieden uns für das Apartment Opa Gold mit zwei Schlafzimmern in der Ulica Matije Gupca. Die Lage war absolut genial, alles war nah, und der Preis? Nur 490 CZK pro Person und Nacht. Für drei Nächte ein echter Volltreffer. Wir hatten es eigentlich nur zum Übernachten, deshalb habe ich völlig vergessen, es zu fotografieren.
Der einzige kleine Nachteil war das kostenpflichtige Parken. Wir stellten das Auto auf dem nahegelegenen großen Parkplatz Delta ab. Obwohl er riesig ist, war es tagsüber ziemlich schwierig, dort einen Platz zu bekommen, und manchmal mussten wir eine Weile warten, bis jemand wegfuhr. Abends fand sich aber zum Glück immer ein Platz. 🅿️
In Rijeka kamen wir gegen neun Uhr abends an. Als ich aus dem Auto stieg, traf mich als Erstes diese sommerliche, feuchte, schwer atembare Luft in die Nase. Genau die, die angeblich typisch zum Meer gehört.
Am Balaton waren wir länger geblieben als geplant (es war dort einfach zu schön), also gingen wir sehr bald nach der Ankunft in der Unterkunft schlafen, gespannt auf den nächsten Tag. 🙂
Erste Begegnung und riesige Yachten 🛥️
Am zweiten Morgen war es endlich so weit. Wir machten uns Richtung Küste auf. Wir gingen durch den Park vorbei am schönen Gebäude des Kroatischen Nationaltheaters, und plötzlich öffnete sich das Bild vor uns. Wunderschöne, riesige, luxuriöse Yachten schaukelten auf dem Wasser, und dahinter glitzerte das endlose Blau. Das Meer! Mein allererstes Meer im Leben, das ich mit eigenen Augen sah. Das Gefühl lässt sich gar nicht beschreiben, ich stand nur da und schaute. 🙂
Wir gingen bis zum Hafenmolo Riječki lukobran, einem langen Wellenbrecher mit einem herrlichen Ausblick. Ich fotografierte wie wild, denn die Panoramen waren unglaublich.
Riesige Yachten im Hafen von Rijeka
Von dort führten uns unsere Schritte ins Herz von Rijeka – auf die berühmte Promenade Korzo. Es ist eine lebendige, breite Straße, gesäumt von schönen, bunten Häusern, kleinen Läden und Cafés. Das dominierende Bauwerk ist der beeindruckende gelbe Stadtturm mit Uhr.
Wir gingen den Korzo bis ans Ende zum Brunnen auf dem Platz Jadranski trg, von wo aus wir einen schönen Blick auf den majestätischen Jadran-Palast hatten. Gleich in der Nähe fiel uns die monumentale Kapuzinerkirche auf. Sie hat eine beeindruckende Steintreppe und eine ungewöhnliche Fassade, die sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der Korzo, der gelbe Stadtturm und Jadranski trg
Wir zogen weiter bergauf, schlenderten durch romantische steinerne Gassen, und ich verliebte mich immer mehr in Rijeka. Die Stadt hat einen unglaublichen Charme. Außerdem waren alle Menschen, die wir trafen, unglaublich nett und hilfsbereit. Ob in Restaurants oder Geschäften, sie versuchten immer zu helfen. Lustig war, dass sie uns manchmal auf Tschechisch verstanden und wir sie ein bisschen auch, aber Englisch überbrückte den Rest.
Marktatmosphäre, der Park Kont und eine salzige Kostprobe 🌊
Gleich in der Nähe unserer Unterkunft entdeckten wir etwas Tolles – jeden Morgen erwachte dort der lokale Markt (Glavna tržnica) zum Leben. Die Marktstände boten Berge von frischem Obst, Gemüse und allerlei anderem an. Bei unserem Stadtbummel kamen wir von der anderen Seite zum Park beim Hotel Kontinental. Dort gibt es einen schönen Pavillon und eine Statue von Janko Polić Kamov, dem berühmten Schriftsteller aus Rijeka, der sich an ein Geländer lehnt. Wenn man von dort nach oben blickt, ragen in der Ferne auf den Hügeln riesige Hochhäuser auf, was einen faszinierenden Kontrast zu diesem historischen Stadtteil bildet.
Der Park Kontinental und ein Spaziergang entlang der Rječina
Nach dem Mittagessen wollten wir endlich ans Meer zu einem richtigen Strand. Um Zeit zu sparen und nicht zu Fuß hinlaufen zu müssen (es war doch ziemlich weit), riefen wir uns ein Bolt-Taxi. Es setzte uns so nah wie möglich ab.
Die Strände von Rijeka liegen aber versteckt unter dem Hügel, unterhalb des Straßenniveaus, wo uns der Fahrer absetzte, sodass man über Treppen hinuntersteigen muss. Und genau dort geschah es. Ich stieg hinunter, berührte zum ersten Mal in meinem Leben Meerwasser und – klar, dass ich es auch probieren musste. Und es ist wirklich salzig! 😂
An den Stränden entlang gingen wir bis ganz nach hinten zum Strand Grčevo. Dort ließen wir uns für eine Weile nieder, ruhten uns aus und genossen einfach diesen endlosen Blick auf die Wellen und Boote am Horizont. Es war eine wunderschöne Oase der Ruhe. Das Meerwasser war völlig durchsichtig, wunderbar klar, man konnte bis auf den Grund sehen.
Strand Grčevo unterhalb der Stadt
Dann kam der weniger beliebte Teil – all die Treppen wieder den Hügel hinauf zu steigen. Wir gingen zu einem nahegelegenen großen Einkaufszentrum (Tower Center Rijeka), wo wir Köstlichkeiten für Abendessen und Frühstück kauften, wieder ein Bolt-Taxi in der App bestellten und uns abends zurück zum Apartment fahren ließen.
Rijeka hat mich vollkommen begeistert, verzaubert und alles erfüllt, was ich mir von meiner ersten Begegnung mit dem Meer erhofft hatte. Und das Beste stand uns erst noch bevor. Die nächsten Tage standen nämlich im Zeichen toller Ausflüge… doch wohin genau es uns verschlug, das erfahrt ihr erst im nächsten Artikel. 🙂