Papouščí ráj bei Prag: Zu Besuch beim Papageien-Papa in Osnice
Wir haben die Auffangstation Papouščí ráj in Osnice bei Prag besucht. Wie der Besuch abläuft, was man dort sieht und wie man die Papageien unterstützen kann.
Unser nächster Ausflug führte uns diesmal ein Stück vor die Tore Prags. Auch, weil mein Schwiegervater Vögel sehr mag und zu Hause vor allem Kanarienvögel hält. Also nahmen wir Schwiegervater und Schwiegermutter mit und machten uns gemeinsam auf zu einem Ort, den ich schon eine ganze Weile zumindest aus den sozialen Netzwerken kannte – zu Papouščí ráj.
Die Auffangstation Papouščí ráj liegt in Osnice bei Jesenice, ein Stück von Prag entfernt. Sie war auch schon mehrfach in Sendungen des tschechischen Fernsehens zu sehen. Hinter dem ganzen Projekt steht Norbert Souček, der auch Papageien-Papa genannt wird. Das Projekt selbst gibt es hier schon seit mehreren Jahren, sein Sinn ist unter anderem, Tieren in Not zu helfen, Tiere in menschlicher Obhut zu schützen sowie Aufklärung und Beratung zu bieten. Es hilft außerdem beim Einfangen und Suchen von verlorenen oder entflogenen Papageien. 🦜
Dort trifft man auf ihre eigenen Papageien, aber auch auf solche, die ausgesetzt oder gefunden wurden oder um die sich ihre ursprünglichen Besitzer nicht mehr kümmern konnten. Manche von ihnen haben wirklich traurige Geschichten hinter sich. Und genau hier bekommen sie eine zweite Chance auf ein Leben.
Die Auffangstation Papouščí ráj ist kein Zoo.
Die erste Begegnung mit dem Papageien-Papa
Wir parkten direkt am Gelände, und praktisch gleich nach unserer Ankunft sahen wir Herrn Norbert. Er war gerade mit jemandem in ein Gespräch vertieft, aber sobald er uns bemerkte, kam er zu uns, stellte sich vor und gab uns die Hand. Es war eigentlich eine Kleinigkeit, aber ich erinnere mich noch heute daran. Er hätte einfach weitermachen können, womit er gerade beschäftigt war, doch stattdessen kam er, um uns persönlich zu begrüßen.
Danach gingen wir weiter zu der Stelle, wo der Besuch organisiert wurde. Als wir dort waren, funktionierte das nicht wie eine klassische Kasse im Zoo, wo man ein Ticket kauft und weitergeht. Wir suchten uns einen Papagei aus, für den wir eine Patenschaft übernahmen, und bekamen eine Karte mit seinem Foto und Namen.
Heute sind die Besuche etwas anders organisiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels kostet der Grundbesuch namens „Na kukačku“ 200 CZK pro Erwachsenen, Kinder haben freien Eintritt. Nehmt den Preis aber nur als groben Richtwert und schaut vor der Fahrt lieber direkt auf der Website von Papouščí ráj nach aktuellen Informationen.
Sitzgelegenheit zwischen den Volieren, wo sich Besucher ausruhen können.
Aras, Kakadus und ein lautes „Hallo“
Auf den ersten Blick wirkt das Gelände nicht besonders riesig, aber sobald man zwischen den Volieren umherzugehen beginnt, merkt man, wie viele Papageien hier eigentlich sind. Und vor allem, wie viel Lärm sie machen können. Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir wohl die Aras. Es gibt hier wirklich sehr viele davon, und wenn sich mehrere von ihnen entscheiden, sich gleichzeitig zu melden, überhört man sie garantiert nicht. 🙂
Wir gingen an den einzelnen Volieren vorbei, beobachteten die Papageien und fotografierten natürlich fleißig. Wir sahen verschiedene Arten, und ein Kakadu sagte uns sogar „Hallo“. Genau solche Kleinigkeiten sind es am Ende, an die man sich von so einem Ausflug am meisten erinnert.
Große Voliere mit Aras, in der sich die Vögel die ganze Zeit gegenseitig verständigten.
Es gab dort auch einen Bereich, zu dem normale Besucher keinen Zugang haben – Isolation und Quarantäne. Der ist natürlich von den Besucherbereichen getrennt. Und dann kamen wir zur großen Ara-Voliere. Wir konnten sie eine Weile einfach beobachten, wie sie sich untereinander verständigten, von Platz zu Platz kletterten und sich natürlich lautstark meldeten.
Einer der Papageien war sogar so neugierig, dass er sich durch das Gitter kraulen ließ.
Ein weißer Kakadu ließ sich von einer Besucherin streicheln, ein anderer posierte nur.
Als Norbert mit einem Kakadu auf der Schulter kam
Nach und nach kamen immer mehr Leute, und als wir dort schon zahlreicher waren, kam Herr Norbert mit einem Kakadu auf der Schulter zu uns. Und das Erzählen begann. Er erzählte uns von den Papageien, von ihrem Verhalten und davon, wie das Ganze bei Papouščí ráj funktioniert. Die Leute stellten Fragen, und er beantwortete sie bereitwillig. Auf mich wirkte das nicht wie ein einstudierter Vortrag, sondern eher wie ein ganz normales Gespräch mit jemandem, der einen großen Teil seines Lebens mit Papageien verbringt.
Ich verfolge Norbert schon eine ganze Weile in den sozialen Netzwerken. Ich habe viele seiner Videos mit Papageien gesehen, und schon dabei hatte ich das Gefühl, dass Papageien nicht nur sein Job oder Hobby sind. Sie sind ein großer Teil seines Lebens, und meiner Meinung nach hat er sie wirklich sehr gern. Und nach der persönlichen Begegnung hatte ich genau das gleiche Gefühl.
Ich bin natürlich keine Expertin für Papageienhaltung und kann die fachliche Seite der Pflege nicht beurteilen. Ich kann nur schreiben, was wir beim Besuch selbst gesehen haben und wie der ganze Ort auf uns gewirkt hat. Die Papageien waren neugierig, laut, manche suchten den Kontakt, und es war interessant, auch ihre Reaktionen auf Norbert zu beobachten. Ich glaube, gerade diese persönliche Begegnung war für mich einer der interessantesten Teile des ganzen Besuchs.
Es ist nicht nur ein Ausflug zu bunten Papageien
Wir sind ursprünglich vor allem deshalb zu Papouščí ráj aufgebrochen, um meinem Schwiegervater eine Freude zu machen. Ich habe erwartet, dass wir uns die Papageien anschauen, etwas über sie erfahren und dann weiterfahren. Am Ende war es aber nicht nur um schöne, bunte Vögel gegangen. Man wird sich dort gleichzeitig bewusst, dass sich einen großen Papagei anzuschaffen nicht dasselbe ist, wie ein kleines Tier nach Hause zu bringen, um das man sich ein paar Jahre kümmert. Manche Papageien können ein sehr hohes Alter erreichen und brauchen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege. Auch deshalb finde ich, dass es Sinn ergibt, dass es solche Orte gibt. Und wenn man so viele verschiedene Papageien nebeneinander sieht, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat, versteht man ziemlich schnell, warum sich jemand komplett in sie verlieben kann. 🦜
Papouščí ráj könnt ihr auch unterstützen
Wenn euch Papouščí ráj gefällt, müsst ihr die Station nicht nur mit einem klassischen Besuch unterstützen. Auf ihrer Website findet ihr verschiedene Erlebnisprogramme, bei denen ihr näher an die Papageien herankommen und mehr über sie erfahren könnt. Manche sind sogar auf den direkten Kontakt mit bestimmten Papageien ausgerichtet. Außerdem kann man die Station zum Beispiel durch eine Patenschaft oder einen Beitrag zum Futter unterstützen.
Im Angebot tauchen auch Kalender mit Papageien und weitere Möglichkeiten zur Unterstützung auf. Das Angebot ändert sich aber im Laufe des Jahres, deshalb würde ich alles Aktuelle direkt auf ihrer Website suchen. Und wenn ihr zu Hause jemanden habt, der Papageien wirklich liebt, kann eines dieser Erlebnisse auch ein ziemlich interessantes Geschenk sein.
Volieren voller unterschiedlichster Papageien- und Kakaduarten.
Wir sind vor allem wegen meines Schwiegervaters hergekommen, aber am Ende haben wir den Besuch alle genossen. Und was bleibt mir von Papouščí ráj am meisten in Erinnerung? Die lauten Aras, ein papageienhaftes „Hallo“, Norbert mit dem Kakadu auf der Schulter und vor allem das Gefühl, dass wir diesmal nicht einfach irgendwohin ausgeflogen sind, sondern einen Ort mit einer etwas anderen Geschichte kennengelernt haben.
Wart ihr schon einmal bei Papouščí ráj? 🙂
Gut zu wissen
Wo befindet sich Papouščí ráj?
In Osnice bei Jesenice, im Bezirk Prag-West.
Wie viel kostet ein Besuch?
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels kostet das Basisprogramm „Na kukačku“ 200 CZK pro Erwachsenen, Kinder haben freien Eintritt. Andere Erlebnisprogramme haben andere Preise.
Kann man bei Papouščí ráj parken?
Ja, direkt auf dem Gelände ist Parken möglich.
Muss man den Besuch reservieren?
Das hängt davon ab, welche Art von Besuch oder Erlebnisprogramm ihr wählt. Am besten schaut ihr vor der Fahrt auf der offiziellen Website nach den aktuellen Informationen.
Wie kann ich Papouščí ráj unterstützen?
Zum Beispiel durch einen Besuch, ein Erlebnisprogramm, eine Patenschaft für einen ausgewählten Papagei oder einen Beitrag zum Futter.
Wo finde ich Papouščí ráj in sozialen Netzwerken oder im Internet?
Auf Facebook als Záchranná Stanice Papouščí Ráj und im Internet unter www.papousci-raj.help.