Sonntag, 25. Oktober 2026
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Tábor an einem Tag: Ein schöner Platz, der Jordán und ein Spaziergang an der Stadtmauer

Ein Tagesausflug ins südböhmische Tábor: Žižka-Platz, Renaissancehäuser, der Stausee Jordán und ein Spaziergang entlang der Stadtmauer.

Tábor an einem Tag: Ein schöner Platz, der Jordán und ein Spaziergang an der Stadtmauer

Diesmal haben wir uns mit Freunden zu einem Tagesausflug ins südböhmische Tábor aufgemacht. Die Stadt ist vor allem für ihre hussitische Geschichte bekannt, aber wie wir bei unserem Spaziergang feststellten, hat sie noch viel mehr zu bieten.

Wir hatten herrliches sonniges Wetter und konnten deshalb in aller Ruhe durch das historische Zentrum gehen, uns interessante Häuser ansehen, an der alten Stadtmauer entlangspazieren und uns zum Schluss auf eine Terrasse mit schönem Blick auf die Lužnice setzen.

Ich muss sagen, dass mir Tábor wirklich gefallen hat. Und wenn ihr überlegt, wohin ihr vielleicht nur für einen Tag fahren könntet, lässt euch unser Spaziergang vielleicht inspirieren. 🙂

Parken an der historischen Landwirtschaftsschule

Nach der Ankunft in Tábor parkten wir in der Nähe eines großen weißen Gebäudes, das uns sofort mit seiner wunderschön verzierten Fassade auffiel. Schon das Gebäude selbst ist sehenswert, es wurde in den Jahren 1902–1904 erbaut. Später habe ich herausgefunden, dass es sich um das Gebäude der Höheren Fachschule und der Mittleren Landwirtschaftsschule am T.-G.-Masaryk-Platz handelt. Interessant ist, dass die Geschichte der hiesigen Landwirtschaftsschule bis ins Jahr 1866 zurückreicht, als sie als erste tschechische Schule ihrer Art im damaligen Kaisertum Österreich gegründet wurde. Man würde kaum erwarten, dass sich hinter einer so schönen historischen Fassade eigentlich eine ganz gewöhnliche Schule verbirgt.

Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden.

Am Stadttheater vorbei und der Blick auf den Jordán

Unterwegs kamen wir auch am Gebäude des Oskar-Nedbal-Theaters vorbei. Sein historischer Teil wurde bereits 1887 eröffnet, und beim Blick auf die verzierte Fassade sieht man, dass die Baumeister sich wirklich Mühe mit dem Aussehen gegeben haben.

Wir gingen weiter und hielten an einer Stelle an, von der sich uns ein schöner Blick auf eine weite, von Grün umgebene Wasserfläche öffnete. Es ist der Stausee Jordán, eine der Sehenswürdigkeiten von Tábor. Er wurde schon 1492 als Trinkwasserspeicher für die Stadt angelegt und gilt als ältester Talsperrenstausee Mitteleuropas. Das hat mich ziemlich überrascht. Auf den ersten Blick wirkt der Jordán nämlich eher wie ein großer Teich, und man käme gar nicht auf die Idee, welch lange Geschichte er hinter sich hat.

Der Blick auf die blaue Wasserfläche, die Bäume ringsum und das viele Grün war wunderschön. Und dabei waren wir immer noch nur einen Katzensprung vom historischen Zentrum entfernt. 🙂

Žižka-Platz – der schönste Teil unseres Spaziergangs

Allmählich kamen wir zum Žižka-Platz, der mir von dem ganzen historischen Zentrum wohl am besten gefallen hat.

Der Platz ist von wunderschönen historischen Häusern mit unterschiedlich verzierten Fassaden und Giebeln umgeben. Jedes ist ein bisschen anders, und genau das hat mir daran gefallen. Man kann sich umsehen und entdeckt immer wieder ein weiteres interessantes Detail. Die markante Dominante des Platzes ist die Kirche der Verklärung des Herrn mit ihrem hohen Turm, dazu das historische Gebäude des alten Rathauses, in dem heute das Hussitenmuseum untergebracht ist. Auf dem Platz steht auch das Denkmal für Jan Žižka von Trocnov, das an die hussitische Vergangenheit der Stadt erinnert. Und natürlich konnten wir den wunderschönen steinernen Brunnen mit der Figur auf der hohen Säule nicht übersehen. Der Brunnen stammt aus den Jahren 1567–1568 und gehört zu den wertvollen Renaissance-Denkmälern der Stadt. Mir gefiel nicht nur der Brunnen selbst, sondern die ganze Umgebung. Die historischen Häuser, der Kirchturm, der gepflasterte Platz und all die kleinen architektonischen Details ergeben ein wirklich schönes Gesamtbild.

Alte Gassen und Häuser mit schönem Schmuck

Vom Platz gingen wir durch weitere Gassen des historischen Zentrums. Gerade bei solchen Spaziergängen schaue ich mir gern alte Häuser an. Nicht nur die großen und auffälligen, sondern auch verschiedene Durchgänge, Tore und interessante Winkel, an denen man leicht vorbeigehen könnte, ohne sie zu bemerken. In Tábor fiel uns zum Beispiel das Stárek-Haus in der Pražská-Straße auf. Seine Fassade ist ganz mit reichem Renaissanceschmuck bedeckt. Man findet darauf Figuren, Ornamente und verschiedene Szenen. Ähnliche historische Häuser gibt es in der Stadt mehrere, und dank ihnen hat die Altstadt ihr eigenes Gesicht.

Tábor hat übrigens eine sehr interessante Geschichte. Im Jahr 1420 gründeten hier die Hussiten die Stadt, die nach und nach zu einem der bedeutendsten Zentren der hussitischen Bewegung wurde. An ihre Vergangenheit erinnern heute nicht nur die Denkmäler am Platz, sondern auch die alten Gassen und die erhaltene Stadtbefestigung.

Spaziergang an der alten Stadtmauer

Nach der Besichtigung des historischen Zentrums gingen wir auch an der Stadtmauer entlang. Und ich muss sagen, dass dieser Teil unseres Spaziergangs besonders angenehm war. Der Weg führte nämlich an mächtigen Steinmauern entlang, stellenweise im Schatten hoher Bäume. Nach den sonnigen Straßen des historischen Zentrums war das eine angenehme Abwechslung. 🌳

Die Stadtmauer ist eines der bedeutenden Denkmäler von Tábor. Ihr ausgedehntes Verteidigungssystem entwickelte sich vor allem im 15. Jahrhundert und gehörte zu seiner Zeit zu den sehr raffinierten Befestigungen. Beim Anblick der hohen Steinmauern kann man sich wenigstens ein bisschen vorstellen, wie wichtig es einst war, die Stadt zu schützen. Mir gefiel aber auch der Weg daran entlang. Es war nicht nur die Besichtigung eines historischen Denkmals, sondern auch ein schöner Spaziergang im Grünen, bei dem wir uns eine Weile von den belebteren Straßen der Stadt erholen konnten.

Wie hat mir Tábor gefallen?

Tábor hat auf mich einen wirklich schönen Eindruck gemacht. Gefallen hat mir vor allem sein historisches Zentrum mit den interessanten Häusern, der wunderschöne Žižka-Platz, aber auch, dass man nicht weit gehen muss, um ans Wasser oder zu einem ruhigeren Spaziergang zwischen Bäumen zu kommen.

An einem einzigen Tag haben wir so mehrere verschiedene Seiten der Stadt kennengelernt. Von historischen Gassen und alten Mauern bis zu schönen Ausblicken auf den Jordán und die Lužnice. Und wir haben auch den gemeinsam mit Freunden verbrachten Tag genossen, was bei solchen Ausflügen immer das Wichtigste ist.

Wenn ihr also einen Tipp für einen Tagesausflug nach Südböhmen sucht und historische Städte mögt, dann ist Tábor meiner Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch wert. 🙂

Und ihr, wart ihr schon in Tábor und habt dort einen Lieblingsort? 🙂

Gut zu wissen

Was kann man in Tábor an einem Tag sehen?

Bei einem Tagesausflug empfehle ich, durch das historische Zentrum mit dem Žižka-Platz zu schlendern, die Kirche der Verklärung des Herrn, die Renaissancehäuser und die Stadtmauer anzuschauen. Sehenswert ist auch der Stausee Jordán.

Wo liegt der Žižka-Platz?

Der Žižka-Platz liegt mitten im historischen Zentrum von Tábor. Dort stehen das Denkmal für Jan Žižka, ein Renaissancebrunnen, das alte Rathaus und die Kirche der Verklärung des Herrn.

Was ist der Jordán in Tábor?

Der Jordán ist ein historischer Stausee, der 1492 als Trinkwasserspeicher angelegt wurde. Heute dient er auch der Erholung und gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Wo kann man in Tábor parken?

Wir haben in der Nähe des Gebäudes der Landwirtschaftsschule am T.-G.-Masaryk-Platz geparkt. Von dort sind wir zu Fuß ins historische Zentrum weitergegangen. Die aktuellen Parkmöglichkeiten und Bedingungen sollte man vor dem Besuch prüfen.

Welcher Fluss fließt durch Tábor?

Durch Tábor fließt die Lužnice. Das historische Zentrum liegt oberhalb ihres Tals, und von manchen Stellen öffnen sich schöne Ausblicke auf den Fluss und die umliegende Landschaft.